Bildung

Jedes Kind in unserem Wahlkreis soll die Schule besuchen können, die zu ihm passt.

Und zwar unabhängig davon, wie viel die Eltern verdienen und in welchem Ort sie wohnen.

Warum ich dieses Thema nach vorne stelle

Nordrhein-Westfalen landet bei Bildungsvergleichen regelmäßig auf den hinteren Plätzen. Und die Menschen merken das: Über 40 Prozent der Bevölkerung geben den Schulen in NRW die Note 5 oder 6 (ifo-Bildungsbarometer 2024).

Bei uns im Wahlkreis 26 sieht man sehr konkret, woran es hakt:

  • Aus Wachtberg pendeln rund 1.436 Kinder und Jugendliche täglich nach Bonn, Meckenheim oder Rheinbach, weil es vor Ort nur eine weiterführende Schule gibt.
  • Meckenheim hat einen ordentlichen Schulcampus mit Gymnasium, Realschule und Hauptschule – aber keine Gesamtschule. Wer die Gesamtschule will, fährt nach Rheinbach.
  • In Bad Honnef ist die einzige städtische weiterführende Schule das Siebengebirgsgymnasium. Die Gesamtschule ist in kirchlicher Trägerschaft, die Realschule in privater. Freie Wahl sieht anders aus.
  • Königswinter und Hennef sind besser aufgestellt – aber auch dort entscheidet am Ende die Platzzahl, nicht der Wunsch der Familie.

Das ist kein Detailproblem. Das ist ein System, das auf dem Kopf steht. Ich will es wieder auf die Füße stellen.

1. Ein einfacheres Schulsystem – Wunschschule ermöglichen

Das Problem: NRW leistet sich 17 Schulformen. Trotzdem – oder gerade deswegen – bekommen viele Kinder keinen Platz an ihrer Wunschschule. Meistens ist das die Gesamtschule. Die Kraft, die wir in die Verwaltung von Vielfalt stecken, fehlt bei der Förderung der Kinder.

Mein Vorschlag: Wir bündeln die Kompetenzen in einem zweigliedrigen Schulsystem. Das setzt Mittel frei – für gezielte Förderung und für mehr Plätze an den Schulen, die Familien tatsächlich wollen.

Was das hier heißt: Kürzere Schulwege statt Pendeln über Kreisgrenzen. Und eine ehrliche Debatte über eine Gesamtschule für Wachtberg und Meckenheim, statt sie an Mindestanmeldezahlen scheitern zu lassen.

2. Gleiche Startchancen schon vor der 1. Klasse

Das Problem: Viele Kinder kommen mit Sprachdefiziten und motorischen Rückständen in die erste Klasse. Was dort an Rückstand da ist, holen die wenigsten wieder auf. Bildungsgerechtigkeit entscheidet sich nicht in der Oberstufe – sie entscheidet sich mit vier.

Mein Vorschlag: Das Kinderchancenjahr. Kinder werden bereits in der Kita getestet und gefördert, damit alle mit vergleichbaren Voraussetzungen eingeschult werden. Kein Sortieren, sondern frühes Unterstützen.

Was das hier heißt: Sprachförderung dort, wo die Kinder ohnehin sind – in unseren Kitas in Merl, Berkum, Oberpleis, Aegidienberg und Uckerath. Nicht als Sonderprogramm, sondern als Regelfall.

3. Bildung darf nicht vom Geldbeutel abhängen

Das Problem: In Deutschland gibt es keine Schulgebühren – trotzdem kostet eine Schullaufbahn Familien im Schnitt über 20.000 Euro. Klassenfahrt 400 Euro. Tablet für den Unterricht 750 Euro. Bücher, Hefte, Stifte 250 Euro pro Jahr. Für viele Familien in unserem Wahlkreis ist das der Punkt, an dem Bildung zur Rechenaufgabe wird.

Mein Vorschlag: Echte Lernmittelfreiheit und kostenfreies Mittagessen an unseren Schulen. Das entlastet Familien sofort und spürbar – und es sorgt dafür, dass kein Kind bei der Klassenfahrt zu Hause bleibt.

Was das hier heißt: Wenn in Bad Honnef die freie Schulwahl faktisch am Schulgeld hängt und in Meckenheim das Tablet fürs Kind die Urlaubskasse frisst, ist das kein Zufall. Das ist Politik – und sie ist änderbar.

4. Schulen digital- und zukunftsfähig machen

Das Problem: Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Social Media verändern die Lebenswelt junger Menschen grundlegend. Unsere Lehrpläne tun so, als wäre das nicht passiert. Gleichzeitig konkurriert jede Unterrichtsstunde mit dem Smartphone in der Hosentasche.

Mein Vorschlag: Lehrpläne, die auf Problemlösung statt Faktenwissen setzen. Und ein smartphonefreier Vormittag, damit Konzentration überhaupt wieder möglich ist. Beides gehört zusammen: Wer digitale Kompetenz will, muss auch analoge Aufmerksamkeit schützen.

Was das hier heißt: Ich arbeite beruflich täglich mit KI und Automatisierung. Ich weiß, wie schnell sich verschiebt, was Menschen können müssen. Unsere Schulen dürfen dabei nicht die letzten sein, die es merken.

Meine Zusage

Wenn Sie mich im April 2027 in den Landtag wählen, werde ich:

  1. für den Umbau zu einem zweigliedrigen Schulsystem streiten – und dafür, dass die frei werdenden Mittel bei den Kindern ankommen, nicht in der Verwaltung.
  2. das Kinderchancenjahr unterstützen und dafür sorgen, dass die Kitas im Rhein-Sieg-Kreis die Leute dafür bekommen.
  3. Lernmittelfreiheit und kostenfreies Mittagessen zu einer Frage der Landesfinanzierung machen – nicht zu einer Frage, wie reich die eigene Kommune gerade ist.
  4. mich für kurze Schulwege in Wachtberg, Meckenheim, Königswinter, Bad Honnef und Hennef einsetzen.

Ihre Erfahrung interessiert mich

Sie haben ein Kind, das keinen Platz an der Wunschschule bekommen hat? Sie unterrichten hier und wissen, was im Alltag wirklich fehlt? Sie führen eine Schule und sehen, wo die Landespolitik danebenliegt?

Schreiben Sie mir: anfrage@stefan-pohl.de

Ich sammle diese Rückmeldungen – und nehme sie mit nach Düsseldorf.